Pfingsten 2014

Rückwärtsreinfaller, Nichtkurvenkrieger, Querzumbaumlieger und Überswassergeher, alle waren mit!

Der schöne Zeltplatz, die wunderschön zu paddelnde Schwalme und das Bilderbuchwetter haben uns dieses Jahr zu Pfingsten wieder nach Bad Zwesten geführt. Verkehrstechnisch recht entspannt kamen wir freitags gegen 18.00 Uhr am Waldcampingplatz an. Wir, das waren 33 „Paddelwütige“ mit mehr oder minder ausgeprägten Fahrkünsten. Aber was nicht ist, kann noch werden, Erfahrung ist der beste Lehrmeister und in diesen Genuß sollten noch einige kommen.
Nach dem ersten gemütlichen Abend und der folgenden kalten Nacht (unter 7°C), trieb die Morgensonne und die schnell steigenden Temperaturen auch die Letzten zeitig zum Frühstück. Werner`s allmorgendlicher Hallo-Wach-Kaffeeduft erledigte den Rest.
Gegen 11.00Uhr setzten wir die Auto`s um, sodass wir gegen Mittag einsetzten und die Schwalme Richtung Zeltplatz fuhren.
Der ein oder andere Canadier mit einer „Ich-möchte-aber-zusammenfahren-Mannschaft“ tat sich mit der Geradeausfahrt ein wenig schwierig. Im Laufe der Kurven und Schwalle war jedoch bei einigen schon recht schnell eine Verbesserung der Fähigkeiten erkennbar.
Ein erster querliegender Baum sollte eine erste Prüfung sein. Kanu für Kanu ging es über den Baumstamm, heranfahren, aussteigen, auf dem Stamm balancieren, Canadier darüber heben und dann alles wieder in umgekehrter Reihenfolge, einsteigen und weiter.
Macht man es jedoch anders, so liest sich es folgendermaßen: heranfahren, aussteigen, auf dem Stamm balancieren, Canadier darüber heben, einsteigen…umfallen. Nach einigen Tauchgängen, welche Stefan`s überbordgegangener Brille geschuldet waren, mussten wir leider erfolglos aufgeben.
Unseren „Rückwärtsreinfaller“ findet Ihr in der zufälligen Auswahl an Foto`s in der Bildergalerie! Ein Bier auf diesen Schreck noch und weiter ging es flussabwärts über weitere Bäume, Hindernisse und durch enge Kurven.
In einer beispiellosen Ausweichaktion und dank der Besonnenheit und Lebenserfahrung unserer aufmerksamen Mütter, verhinderte unser Damen-Vierer eine Kollision mit unserem Mädelsjugend-Vierer. Aber, kaum ausgewichen und auf falschem Kurs wurde die Kurve eng, enger, noch enger, noch viel enger, zu eng!
Das Ergebnis dieser aufopfernden Manövers lag anschließend im Wasser, unsere Frauen waren über Bord und der 4-er Canadier litt unter massivem Wassereinbruch, genauer gesagt war dieser völlig abgesoffen. Unsere „Nichtkurvenkrieger“ mussten nun, noch im Wasser stehend, das Boot entleeren, gar nicht so einfach. Bei 15°C Wassertemperatur darf es denn zu Glück auch etwas länger dauern ohne zu unterkühlen. Mit Burkhard`s wohl plazierten Bemerkungen und auch aktiver Unterstützung war das Boot schnell entleert. Die anschließende Mittagspause hatten sich alle nun redlich verdient.
Ein kurzes Stück weiter auf der Schwalme erwartete uns ein Wehr, welches wir zum Glück über einen Seitenarm, mit leeren Booten umtreideln konnten. Bei 30°C Außentemperatur wollte keiner die Boote unter Einsatz von Körperschweiß wirklich umtragen!
Auf der weiteren Fahrt Richtung Zeltplatz sollte, bei einem weiteren umgestürzten Baum, noch eine weitere Technik der Hindernisüberwindung zum Einsatz kommen: Der Tauchcanadier unseres Team`s „Querzumbaumlieger“ versuchte es mit seitlichem Anlegen am Baum quer zur Strömung, direktem Umkippen und anschließendem Abtauchen des Tauchcanadiers. Zur tauchenden Besatzung gehörte auch Hansi, unser ehemaliger Schnellbootfahrer der Marine. Das Kommando: „Tauchgang, Luken schließen“ hatte er wohl nicht wahrgenommen, na ja, ein Schnellboot ist kein U-Boot, woher sollte Hansi diese Kommando auch kennen? Jedenfalls wurde der 4-er Canadier im Tauchgang unterhalb des Baumes hindurch manövriert und anschließend gelenzt.
Am Zeltplatz angekommen, hatte sich der ein oder andere den Kaffee und Kuchen redlich verdient. Den Abend verbrachten wir, mit gemütlichem Grillen, bei hochsommerlichen Temperaturen.

Am Folgetag, dem Sonntag, waren nach den vorherigen Erfahrungen nun alle Sinne geschärft. Ohne größere Probleme legten wir die Tour vom Zeltplatz weiter schwalmeabwärts zurück, ja fast schon routiniert…Kurve möglichst eng fahren, gegenlenken, Abstand halten, geradeausfahren, Strömung und Hindernisse beachten…! All dies unter der Aufsicht unseres Kanuchefs „Werner“ und seinem neuen Dackel „Ratze“. Nach einer kurzen unfreiwilligen Schwimmeinlage von Ratze war klar, dass dieser vom Seehund noch weit entfernt ist und die Hundeschwimmweste nicht nur albern aussieht, sondern durchaus einen Sinn hat. Nach der Bergung aus der Strömung wurde Ratze am handtaschen-ähnlichen Griff der Schwimmweste seinem Herrchen überreicht. Gewohnt gleichgültig, Rufe und Hundepfeife missachtend und Werner ignorierend, ging Ratze seiner weiteren Wege, bis unser Kanuchef ihn ins Boot bugsierte.

Am Nachmittag erreichten wir das letzte Wehr und verbrachten ein wenig Zeit mit Plantschen und Baden.
Gegen 17.00 Uhr setzten wir die Auto`s um und fuhren zurück zum Zeltplatz; 4 verwegene Taucher fuhren allerdings noch einmal los und suchten die verlorengegangene Brille unseres Rückwärtsreinfallers. Abwechselnd, mit einer geliehenen Chlorbrille bewaffnet, tauchten Stefan, Ralf, Burkhard und Thorsten. Zwischenzeitlich wärmten wir uns immer wieder auf dem bereits bekannten querliegendem Baumstamm auf. In der Sonne wartend, mit schlotterndem Knie, wollte Thorsten kurz seine Position auf dem Stamm ändern, um dem nächsten Tauchgänger Platz zu machen; und es wurde richtig Platz! Er torkelt rechts, torkelt links, rechts, links… igitt, bloß nicht in den aufgestauten Müll hinter den Stamm fallen! Also, erster Tritt auf einen schwimmenden Ast, hält nicht, weiter auf den nächsten Unrat, hält auch nicht, dann auf ein vergammeltes Brett, geht auch unter, aah dort schwimmt noch ein abgebrochener Ast, hält auch nicht, dann mit einem Sprung über das ganze Zeugs hinweg ins Wasser. Hauptsache nicht in die „Surge“ gefallen. Ohne Blessuren tauchte unser Überswassergeher entspannt auf, wohlwissend dem Unrat entkommen zu sein. Zwischenzeitlich hatte sich der Himmel dunkelgrau gefärbt, sodass wir mit Gewitter und Regen rechneten. Unsere Aktion brachen wir nun auch ohne weiteren Erfolg ab. Zum Glück zog das Unwetter an uns Richtung Kassel vorbei.

An unserem letzten Abend haben wir uns dann um die restlicheVerpflegung hergemacht. Mit 50 Putensteaks, 30 Nackensteaks, 60 Bratwürstchen, 80 Frikadellen, 9kg Kartoffelsalat, 6kg Nudelsalat, 5kg Krautsalat, 150 Flaschen Wasser, 60 Flaschen Apfelschorle, je 100 Brötchen am Morgen und ausreichen Bier, war die Verpflegung recht punktgenau geplant.
Montagmorgen frühstückten wir ausgiebig und begannen anschließend die Zelt abzubauen und hatten sämtliches Equipment zügig verstaut. Ein großer Dank sei hier unserer „Jugend“ ausgesprochen, welche tatkräftig angepackt hat. In der heutigen Zeit ist dies nicht selbstverständlich! Ein Danke auch an Werner in seiner unnachahmlichen Art für sein andauerndes Engagement für den KC-Dahl, die netten Kanutouren.
Nach unserem wirklich schönen und gelungenen Pfingstwochenende erreichten wir ohne Stau unserer Heimathafen Dahl an der Volme gegen 15.00 Uhr.

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